Übungen für Atmung und Stimme letzter Teil

Das “A” ist der Urlaut unserer Sprache.

Übung 16:

*          Sprechen Sie ein A wie in Übung 16

*          Stülpen Sie die Lippen nach vorne, während Sie das A weitersprechen.

*          Es bildet sich das O

Das “O” ist ein mit den Lippen eingegrenztes “A”Übung 17:

*          Formen Sie wie in Übung 16 das O

*          Stülpen Sie die Lippen, wie bei einem Kußmund, nach vor

*          Es bildet sich das U

Auch im “U” ist das A enthalten.

*          Bilden Sie wieder einen Summton, wie in Übung 15

*          Lassen Sie den Mund geöffnet und heben Sie die Zungenmitte leicht gegen  den Gaumen an.

*          Ab einer bestimmten Anhebung wird das E hörbar

*          Klingt das E deutlich heben Sie die Zunge weiter an bis der Vokal I entsteht.

A, O und U werden durch ein Lippenmodulation und E und I, durch Zungenmodulation erzeugt. Die Vokale A-O-U werden im Klang immer dunkler, während E-I immer heller werden.

Wichtig bei der Formung der Vokale ist:

*          Bieten Sie dem Ton einen möglichst großen Raum

*          Benutzen Sie nur die Werkzeuge (Lippen, Zunge, Unterkiefer), die den Vokal formen

*          Keine überflüssige Muskulatur anspannen

*          Achten Sie darauf, dass Sie sich beim Aussprechen der Vokale wohl fühlen.

Das H und der Knacklaut

Das H ist ein reiner Luftströmungslaut. Das H entsteht, wenn man die Stimmbänder leicht aufeinander zubewegt. Das klingt komplizierter als es ist. Versuchen das Wort “hauchen” und danach das Wort “Hut”.

Den Knacklaut benutzen wir ausschließlich beim Ansetzen eines Vokals. Ein gutes Beispiel dafür sind die Wörter “acht” und “Nacht”. Beim a von acht schließen sich die Stimmbänder, so dass keine Luft entweichen kann. Beim plötzlichen Schwingen der Stimmbänder entsteht dieser Knacklaut, dann erst kommt der Klang von A hinzu.

Körperhaltung

Um gut und sicher sprechen zu können, ist es sehr wichtig einen festen Stand zu haben. Entscheidend ist vorallem, dass man locker steht/sitzt und sich wohl fühlt. Ein ruhiges Stehen hilft nicht nur der eigenen Sicherheit, sondern wirkt auch auf das Publikum souverän. Außerdem führt eine falsche Haltung zur Beeinträchtigung der Artikulation. Die wichtigsten Punkte der Körperhaltung sind:

*          Gute bequeme Schuhe, die einen sicheren Stand gewährleisten. Die Form ist unerheblich, solange Sie sich in den Schuhen wohl fühlen.

*          Stehen Sie auf BEIDEN Beinen, denn nur so können Sie auch zentriert und locker stehen.

*          Öffnen Sie die Beine leicht, denn fest aneinander gepresste Beine führen ebenfalls zu einem unsicheren Stand.

*          Stehen Sie gerade und zentriert, nur so verhindern Sie ein nervöses

Schwanken. Ein Hohlkreuz führt leicht zu einem verspannten Nacken. Daher sollten Sie die Knie nicht voll durchgedrückt werden. Ein Rundrücken führt zu einem vorne eingeklemmten Hals und einen verkleinerten Brustraum. Es entsteht eine Kurzatmigkeit.

*          Neigen Sie den Kopf leicht nach unten, um ihren Artikulationsgeräten größtmögliche Freiheit und Lockerheit zu geben. (Denken Sie sich Sie   werden am Kopf mit einer Schnur nach oben gezogen.)

*          Atmen Sie aus, bevor Sie zu sprechen beginnen.

WICHTIG: Die oben angeführten Punkte sind nur eine Hilfestellung für eine richtige Haltung! Bitte wenden Sie die Tipps nicht dogmatisch an, viel wichtiger ist, dass Sie sich wohl fühlen!

Atemübungen

Die Atemübungen sind ganz besonders wichtig, um unser Luftvolumen zu steigern. Außerdem trainieren diese Übungen das Zwerchfell. Wenn man diese Übungen ca. 10-15 Minuten täglich ausführt, werden Sie bald viel lockerer und ausdauernder Sprechen.

Die richtige Atmung für’s Sprechen ist die sogenannte Bauchatmung. Schreiende Kleinkinder machen das instinktiv richtig. Das schont die Stimmbänder! Daher können Babys auch lange schreien ohne heiser zu werden.

Wir beginnen mit einfachen Übung:

Übung 18: Sprechen Sie folgende Wörter.

*          Flussssssssssssssssssss

*          Schlussssssssssssssssss

*          flüssichchchchchchchchch

*          schlüssichchchchchchchch

Achtung: Beim Einatmen wölbt sich der Bauch nach Aussen, beim Ausatmen nach Innen.

Sie werden bemerken, dass Sie bei Fluss länger Luft haben, als beim Wort flüssich. Das kommt daher, dass bei “ch” viel mehr Luft ausströmt, als bei “s” alleine. Um das zu verhindern, kann man die “Lächelstellung” einnehmen. Das heißt nicht Grimassen schneiden, sondern die Mundwinkel leicht anheben. Damit verkleinert sich der Mund-/Rachenraum und somit können Sie die Luftmenge besser dosieren.

Außerdem können Sie mit Hilfe der Bauchmuskeln die letzte Luft herauspressen. Aber bitte nur solange bis der natürliche Einatemreflex kommt. Das Einatmen nicht aktiv unterstützen, das geht von selbst.

Jetzt wird es etwas schwieriger:

Übung 19: Sprechen Sie die Wörter

*          Saffffffffffffffffffffffft

*          Taffffffffffffffffffffffft

*          Krafffffffffffffffffffffft

Tip: Das T sauber aussprechen. Danach schnellt der

Bauch von selbst nach vor.

Eine Steigerung ist folgende Übung:

Übung 20:

Wir beginnen mit: ssssssssssssssssssssss und setzen fort:

map – mop map – mop map – mop map – mop

dab – dob       dab – dob       dab – dob       dab – dob

pap – pop       pap – pop       pap – pop       pap – pop

haff – hoff      haff – hoff      haff – hoff      haff – hoff

bab – bob       bab – bob       bab – bob       bab – bob

rack – rock     rack – rock     rack – rock     rack – rock

jazz – jozz      jazz – jozz      jazz – jozz      jazz – jozz

funk – punk   funk – punk   funk – punk   funk – punk bluessssssssssssssssssss

Mit bluessss lassen wir den Rest des Atems heraus. Wichtig ist es die Konsonanten gut auszusprechen, da beim Lösen der Bauchdecke die Lunge “automatisch beatmet” wird. Diese Übung trainiert auch hervorragend unser Zwerchfell.

Übung 21: Vierergruppen

*          s s s s (Pause) s s s s (Pause) s s s s (Pause) s s s s Wiederholen mit sch, f, p, t, k.

Übung 22: Dreiergruppen – Impuls nur auf den ersten Buchstaben!

  • s° s s s° s s s° s s s° .. 3x wiederholen

Wiederholen mit sch, f, p, t, k

Eine Steigerung der Übung 22:

Übung 23: Dreiergruppen – Impuls bei jedem Buchstaben!

  • s° s° s° s° s° s° s° s° s° s° .. 3x wiederholen

Wiederholen mit sch, f, p, t, k

Als abschließende Übung:

Übung 24:

*          Jeder Konsonant erhält einen Impuls: p – t – k – p – t – k – p – t – k – p – t – k – etc.

*          Hier wird nur auf dem p ein Impuls erzeugt: ptk – ptk – ptk – ptk – ptk – etc.

Sollten sich bei den Übungen die Stimmbänder oder der Hals unangenehm bemerkbar machen – SOFORT AUFHÖREN! FALSCHER ERGEIZ BRINGT KEINEN FORTSCHRITT, SONDERN NUR PROBLEME!

Auch Übelkeit oder Schwindel zeugen von einer Überanstrengung, daher bei den geringsten Anzeichen sofort längere Pausen einlegen!

Und jetzt  viel Spaß beim Üben!

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