Atemtechnik & Artikulation Teil 1

Die Atmung

Um einen Ton zu erzeugen benutzt der Mensch die Stimmbän­der, die im Kehlkopf sitzen und durch die ausströmende Luft zum Schwingen gebracht werden. Der Klang der Stimme wird aber von vielen Faktoren beeinflußt. Wie beim einem Instrument spielt die Resonanz eine wesentliche Rolle. Bei der Tonerzeu­gung sind die Stimmbänder zwar der Ausgangspunkt des Tones, aber am hörbaren Ton sind Kehlkopf, Mundhöhle, Nasenraum, Rachenraum und Brustkorb beteiligt.

Das bedeutet, dass die Klangfarbe unserer Sprache durch Fak­toren beeinflusst werden, die einerseits unverrückbar sind (Ana­tomie) und andererseits von uns selbst gesteuert werden können (Lippen, Zunge, Atmung, etc.)

Die Atmung ist ein grundlegender Baustein unserer Sprache. Sie passiert völlig automatisch, ohne dass wir daran denken müssen. Dieser Automatismus basiert auf der Wechselwirkung eines Un­terdrucksystems in unserem Brustkorb und dem Zwerchfell, das den Brustkorb gegenüber dem Bauchraum trennt.

Die Lungen sind unsere Luftbehälter und erledigen „nur“ für die Versorgung des Blutes mit Sauerstoff. Bei der Ausatmung wer­den die Lungen zusammengepresst und die Luft wird durch die Luftröhre hinausgedrückt und passiert dabei die Stimmbänder. Das Zwerchfell wird nach oben gedrückt, während der Bauch nach Innen fällt.

Beim Einatmen sorgt der Unterdruck im Brustkorb für eine Ent­spannung der Lungen und zieht die Lungenflügel wieder aus­einander, wobei hier Luft von Aussen angesaugt wird. Das Zwerchfell wird gedehnt, also flacher und der Bauch wölbt sich nach Außen.

Da das Zwerchfell ein riesiger Muskel ist, kann die Atmung aktiv unterstützt werden. Durch Spannen des Zwerchfells wird mehr Luft eingeatmet und durch Zusammendrücken der Bauchmuskel können die Lungen vollständiger ausgepresst werden.

Zwerchfell und Bauchmuskel sind sogenannte Gegenspieler. Wie wir diese Muskeln trainieren können folgt später bei den Atemübungen.

Die Stimme

Wenn wir einen Ton von uns geben wollen, verwandeln wir un­seren ganzen Körper in ein Instrument. Obwohl der Ursprung der Stimme im Kehlkopf sitzt, ist nahezu jeder Körperteil für den Klang mitverantwortlich. Daher ist es auch nicht egal, ob man beim Sprechen sitzt oder steht, ob man verkühlt ist oder nicht, ob die Lippen oder die Zunge voll beweglich sind oder nicht, ob der Gaumen geschwollen ist oder nicht und ob die Gesichtsmus­keln verspannt sind oder nicht.

Die ausströmende Luft bringt im Kehlkopf die Stimmlippen, die hinter dem Adamsapfel verborgen sind, zum Schwingen und es entsteht ein Ton. Mit den Stimmlippen kann der Ton in der Höhe variiert werden.

**************************************************************************

Übung 1:

�  Summen Sie eine beliebigen Ton

�  Legen Sie eine Hand um den Hals und spüren Sie wie der Ton entsteht.

Zur einfachen Tonerzeugung braucht man keine Kraft. Beim Hu­sten hingegen schließen sich die Stimmlippen und es wird ein großer Druck in den Lungen aufgebaut.

Stimmlippen setzen sich aus den Stimmmuskeln und den Stimmbändern zusam­men.

Übung 2:

�  Einatmen

�  Hüsteln, so als wolle man sich bemerkbar machen

�  Langsam Husten, so dass Sie den Druckaufbau deutlich spüren können.

Das Husten ist notwendig und wichtig für unseren Körper, es stellt aber trotzdem eine enorme Belastung für unsere Stimm­bänder dar. Die Stimmlippen müssen nämlich dem Druck, der in der Lunge aufgebaut wird, Stand halten.

Die Stimmlippen können durch einen sehr komplexen Schwin­gungsvorgang einen Ton erzeugen. Die Tonhöhe wird durch die Geschwindigkeit der Schwingungen, Länge und Form der Stimmlippen bestimmt. Zum besseren Verständnis ein einfaches Beispiel: Versuchen Sie zu lachen. Es gibt unterschiedlichste Lachvarianten.

Übung 3:

�  hi, hi, hi (kichern)

�  ha, ha, ha (laut)

�  ho, ho, ho (süffisant)

�  he, he, he (schadenfroh)

Im Unterschied zum Husten setzt man beim Lachen die Stimm­lippen zur Tonerzeugung ein.

Demonstration der Arbeitsweise der Stimmlippen: Man nehme einen Luftballon und blase ihn auf. Nehmen Sie nun die Aus­lassöffnung des Ballons zwischen Zeigefinger und Daumen und dehnen sie diese so, dass durch den entstehenden Schlitz ein Geräusch erzeugt wird

Wie es weitergeht erfahrt ihr in der kommenden Woche.

Eure Marina Soral von StationEurope

Shoutcast Server

Hinterlasse eine Antwort

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.