Das Webradio als ungewünschtes Medium im Bereich der Creative Commons

Der Nutzer von Creative Commons lizenzierter Musik muss also belegen:

    • - wer ist der Komponist,
    • - der Texter,
    • - ist das Musikstück im Selbstverlag oder bei einem Musikverleger erschienen und
    • - den Namen des Künstlers (als Bearbeiter des Werks).

Wie soll dieses jedoch möglich sein? – Der Großteil der Musik wird per download im Internet angeboten. Auf den Plattformen und Künstlerhomepages (sofern vorhanden) findet man meistens einen Hinweis auf die Lizenzierung. – Lädt man ein komplettes Album herunter, so enthält diese meistens eine Textdatei mit einer Auflistung der Titel und dem Hinweis auf die Creative Commons Lizenz. Doch der Name des Künstlers, Komponisten, Autors, Musikverlages: keine Angaben.

Lädt man einen einzelnen Musiktitel herunter hat man in der Regel gar keine Informationen.

Es bleibt also erneut nur die Möglichkeit den Künstler direkt an zu schreiben um die benötigten Informationen zu erhalten. – Oder aber man erwirbt eine Zertifizierung für jeden Titel bei einem Plattformbetreiber; sofern er diese Möglichkeit anbietet und es eine entsprechende Zertifizierung gibt.

Und hier ist der kommerzielle und der nicht kommerzielle Anbieter eines Webradios in der Sackgasse. Aktuell gibt es kein Angebot um zertifiziert Musik abspielen zu können, die unter einer Creative Commons Lizenz veröffentlicht wurde. Man kann für bis zu 3750€ pro Titel zwar diverse Zertifizierungen erwerben. Leider jedoch nicht für das simple Abspielen eines Musiktitels als genau solchen in einer Webradiosendung.

Jeder Betreiber eines Webradios begibt sich somit auf den unzertifizierten Weg als Multiplikator auf zu treten, der jedoch sehr schnell hohe Kosten und Strafen erwarten kann. Es sei denn, dass er die Möglichkeiten hat mit jedem Künstler in Kontakt zu treten und entsprechende Informationen zu bekommen; für jeden Musiktitel.

Welchen Aufwand dieses bedeutet kann man schnell überschlagen, wenn man davon ausgeht, dass ein kleines Musikarchiv um die 1000 Musiktitel haben sollte.

Kann oder will man diesen Aufwand nicht betreiben, so bleibt nur die Hoffnung, dass keine Verwertungsgesellschaft auf die Idee kommt ein Exempel zu statuieren um die Creative Commons Welt durch zu rütteln.

Es scheint so, dass den Lizenzieren und Zertifizieren nicht daran gelegen ist, dass das Webradio als Multiplikator genutzt wird. – Das scheint unklug, wo das Interesse der Zuhörer am Internetradio immer mehr wächst.

Kann es sein, dass die Creative Commons Lizenz als David gegen Goliath gedacht war, sich in der Praxis jedoch als babylonischer Turmbau herausstellt?

Beides wäre schade, da das Musikangebot im Creative Commons Bereich qualitativ und quantitativ dem der bekannten Verwertungsgesellschaften in nichts nachsteht.

Möge sich ein Lösung finden.

Shoutcast Server

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