Archiv für Dezember 2011

Ein musikalisches Geburtstagsgeschenk der besonderen Art

Montag, 19. Dezember 2011

Nein, ich bewerbe keine CD.

Ich beschreibe euch ein Geburtstagsgeschenk aus der Live-Musikkategorie.

Fakt ist, ich habe im Dezember Geburtstag, doch dieses Jahr bekam ich mein Geburtstagsgeschenk etwas früher.

Immerhin traten „extra für mich“ zwei Superstars der Musikszene mit ihren Bands auf.

Beide tourten von Oktober bis November durch Europa und ich denke mal sie wollten noch vor Weihnachten wieder zuhause sein.

Also nachvollziehbar, dass sie nicht bis zu meinem tatsächlichen Geburtstag mit ihrem Auftritt warten wollten.

Doch schon im Oktober Geburtstag vor zu feiern, wäre denn doch etwas früh gewesen also, war der 8.11.2011 schon richtig, zumal es das einzige Konzert in Österreich war na und bis zu meinem Geburtstag denn doch nicht mehr so lange hin.

Kurz gesagt, ich freute mich sehr als mir mein Sohn die Konzertkarte für dieses außergewöhnliches Konzert schenkte.

 

Eine absolute Sternstunde der populären Kultur ist das Aufeinandertreffen von Bob Dylan und Mark Knopfler. Die beiden herausragenden Songschreiber und Ausnahme-Interpreten der Rock-Ära haben die Musikwelt mit der Nachricht elektrisiert, dass sie im Oktober gemeinsam auf Tour gehen.

 

Und ich, ich durfte dabei sein !!!

Als Sensationskonzert war der Auftritt des Meisters Bob Dylan mit Mark Knopfler, dem ehemaligen Dire-Straits-Frontmann, angekündigt worden. 7500 Besucher strömten in die ausverkaufte Olympiahalle in Innsbruck. Manch einer wird sich über die Kombination Bob Dylan und Mark Knopfler gewundert haben, doch so abwegig war diese Doppel-Headliner-Tour nun auch wieder nicht. Eine durchaus logische Kombination, verbindet die beiden Musiker doch eine lange Freundschaft, ein paar gemeinsame Arbeiten und die Eigenschaft, sich nicht bzw. nicht mehr den Wünschen des Showbiz anzupassen.(Presseausschnitt)

 

Der 70jährige Rockdinosaurier Dylan und der 62 jährige Brite Knopfler traten beide mit hervorragenden Musikern auf.

 

Um 19.30 Uhr betrat Mark Knopfler die Bühne und legt so richtig los. Aufwärmphase? Braucht er offensichtlich nicht. Es sei „fantastisch“, in Innsbruck zu sein, lies er in Deutsch das Publikum wissen.

Es ist gitarrenlastiger Rock und Pop, aber auch viel keltischer Folk und Blues, den Knopfler seinen Fans servierte.

Knopfler hat nach 120 Millionen Tonträgern beschlossen, lieber keltischen Folk und Blues in sein Repertoire aufzunehmen, statt mit einer Reunion der Dire Straits die Stadien zu füllen. Seine markanten Gitarrenklänge kreierte er diesmal mit einer fantastischen Band die aus Gitarre, Querflöte, Geige, Kontrabass, Akkordeon und phasenweise auch mit einer Dudelsack-Variation ein mitreißendes Klangerlebnis. Natürlich stand Knopfler im Vordergrund, war ganz in sein glasklares und kraftvolles Spiel versunken

Mark Knopfler ist im Gegensatz zu Dylan jedoch kein Radikaler: Wenn er schon im Laufe seines gut 80-minütigen Programms den “Song For Sonny Liston” mit ungewohnt rauer Stimme als erdigen Blues brachte, mit “Sailing To Philadelphia” dem Sound von JJ Cale huldigte und mit dem neuen Lied “Privateering” der irischen Volksmusik frönte, so hatte er sich bereits mit dem zweiten Stück des Abends, “Cleaning My Gun”, nahe an den Sound der Dire Straits herangewagt. Mit “Money For Nothing” und “So Far Away” gab es dann tatsächlich zwei aalglatte Hits aus dieser Ära und damit Standing Ovations.

Als er dann gegen Ende seines Auftritts „Brothers in Arms“ in der Urversion spielte, brandet der Applaus euphorisch auf und es war klar: Dieser Hit hat die Jahrzehnte unbeschadet überstanden.

Das Knopfler Konzert war wirklich vom Feinsten, allererste Sahne.

Und nach der Pause kommt er, auf den alle gewartet haben, nichts hält die Fans mehr auf den Plätzen: Bob Dylan, der kleine, dünne Mann mit großem Hut und schwarz-rotem Anzug, betritt die Bühne. Knopfler bleibt noch für einige Stücke mit Dylan auf der Bühne. Auffällig vor allem seine Gitarrenarbeit zu “Mississippi” als harmonischer Gegenpol zu Dylans Shreddern der Melodien. Dylan griff nur selten selbst in die Saiten, spielte jedoch Keyboard und Mundharmonika

Mit „Leopard-Skin Pill-Box Hat“ stimmt Dylan sein Publikum ein, ab dem ersten Takt ist klar: Änderung ist sein Credo, Dylan beherrscht die Kunst, sich ständig neu zu erfinden. Die Verfremdung der Hits zur Unkenntlichkeit stößt Zuhörer, die Dylan auf „Blowing in the wind“ reduzieren, vor den Kopf, bei eingefleischten Fans sorgt das für Verzückung. Nichts zu deuteln gibt es an der Tatsache, dass Dylan seine Stimme im Stich lässt, er bellt „Like a rolling Stone“ ins Mikro. Die Texte bleiben unverständlich. Das ist keine Kleinigkeit bei einem Musiker, bei dem die Lyrik im Mittelpunkt steht und der seit Jahren als heißer Anwärter auf den Literaturnobelpreis gilt. Gute Plätze waren um die 100 Euro zu haben. Dafür kann man sich einige Dylan-Alben kaufen – eine echte Alternative. (Presse)

Leider stimmte bei Dylan überhaupt nichts. Die Anlage war trotz der hervorragenden Musiker total übersteuert. Dylans Stimme angeschlagen und durch die übersteuerte Anlage waren die Texte kaum zu verstehen, was dazu führte das es wirklich nur immer lauter und unverständlicher wurde.

Schade, auch das Dylan kein Wort ans Publikum richtete und keine Zugabe gab, worauf ich allerdings bei diesem Konzert gerne verzichtet habe.
Also wohl doch eine CD von Dylan kaufen und im eigenen Wohnzimmer bei guter Aussteuerung der Anlage seine Musik genießen.

Trotz des weniger genussvollen Teil´s des Konzertes mit Bob Dylan habe ich den Abend genossen, denn Mark Knopfler war absolut klasse.

Und auch wenn Bob Dylan an diesem Abend nicht gut Abschnitt ist und bleibt er ein hervorragender Musiker.

Es war ein unvergessliches Geburtstagsgeschenk wofür ich meinem Sohn noch einmal herzlich danke.

DJane Rogi von www.radio-diamonds.de